Die 250jährige Geschichte der Orgel in der Konstanzer Kirche Ditzingen

Innenansicht vor der Renovierung im Jahre 1956

Innenansicht nach der Renovierung im Jahr 1956

Innenansicht nach der Renovierung 1978/79

Erste Hinweise über die Anschaffung der Orgel in der Konstanzer Kirche haben wir aus dem Jahre 1715.

Im Heimatbuch (Ausgabe 1966, S.73) wird folgendes berichtet:

"Die 1707 während des französischen Einfalls beschädigten Glocken der Glemskirche sollten 1715 umgegossen werden.
Etliche Bürger aber wünschten, man möge lieber eine Orgel anschaffen. Da der ruinierte Heilige (die Kirchenkasse) durch den Überlauf der Armen in seinen Mitteln erschöpft war und die baufällige Schule genug Kosten verursachte, konnte in dieser harten Zeit kein Gulden zur Orgel aufgebracht werden. Den Liebhabern der Orgel gab man den Rat: "sie möchten die Orgel auf ihre Kosten machen lassen und von ihren Gütern so viel den Heiligen zusichern, dass die Unterhaltungskosten aufgebracht werden könnten."

 

Am 3. Dezember 1723 wurde dann vom Konvent unter Punkt 6 einhellig beschlossen, ein "Orgelwerck" zu beschaffen:

„Ist wegen des Orgelwercks einhellig beschlossen worden,
was einst in der Kirche gemacht und deßwegen gleich nach den feyertägen mit vorgefahren werden solle.“

 

Wer der Erbauer der ersten Ditzinger Orgel war, geht aus den Kirchenbüchern nicht hervor. Es ist jedoch mit größter Sicherheit Hoforgelmacher Josef Friedrich Baumeister aus Stuttgart. Er erbaute sie in den Jahren 1725/1726.

 

Dies geht aus einem Bericht der Gemeinde Plieningen vom
27. August 1725 an die Kirchenbehörde hervor. Dort ist zu
lesen: "Weil der Stuttgarter Orgelmacher Baumeister(1) zur Zeit ein dergleichen Werk nach Ditzingen angefangen hat und von ihm so bald keine Hoffnung auf Fertigung der Orgel zu machen sein dürfte, haben wir Johann Friedrich Schmahl um einen Überschlag gebeten (siehe G. Kleenann, die Orgelmacher und ihr Schaffen im ehemaligen Herzogtum Württemberg)."

 

Am 17. März 1726 wurde die Orgel das erste Mal gespielt. Im Protokollbuch ist darüber zu lesen:

„Anno 1726, den 17. März, Domenic Reminiscere, alls das Orgelwerck das erste Mal geschlagen und probiert worden, wurde nach abgelegter Predigt über 2. Chr. 5 V. 13 im Beisein untenstehender Personen dieser Convent gehalten, wobei vorkam die Umfrage, ob den Zensur-Richtern das durch den Pfarrer vorgegebene und jetzo ausprobierte Werck gefiele, worauf zur Antwort gegeben worden, daß sie alle durchaus nebst der ganzen Bürgerschaft ein sattsam Genügen daran hätten und wurde danach beschlossen, das Orgelwerck vollends durch den Heiligenpfleger bezahlen zu lassen.“


Aus dem Jahre 1727 finden sich im Kirchenprotokoll die Festlegung der Honorare für den Organisten und Calcanteri (Orgeltreter). Man unterbreitet dem "löblichen Oberamt" den Vorschlag, dem Organisten vom Bürgermeisteramt 7 Gulden 30 Kreuzer und vom Heiligen 1 Gulden zu zahlen; dem Calcanten 1 Gulden 30 Kreuzer, den Rest in Naturalien (Dinkel und Roggen). Von Vogt Roser aus Leonberg wird dieser Antrag genehmigt und zwar "von Georgi 1727 an bis auf weitere Verordnung."

 

Bereits im März 1731 wurde vom Convent verabredet "das übel verstimmte Orgelwerk in hiesiger Kirche solle höchstnotwendigerweise repariert werden." Den Betrag, den der Gastwirt Michel Siegle zur freien Verwendung Pfarrer Steudlin übergeben habe, solle hierfür verwendet werden. Der Convent versucht vom "löblichen Oberamt" die nötige Conzession zu erwirken. Die Reparatur wurde erst sehr spät durchgeführt, nämlich erst im Jahre 1737. Man beauftragte Orgelmacher Fomann (2), der zu dieser Zeit wohl vorübergehend in Schöckingen wohnte. In seinem "Akkord" (Voranschlag) hat er 75 Gulden gefordert. Während der Reparatur haben sich jedoch größere Schäden herausgestellt (Windlade, Pfeifenwerk, Subbaß völlig ruiniert). Das Gehäuse musste in seiner Werkstatt in Schöckingen überholt und wieder nach Ditzingen transportiert werden. Allein die Materialien an Zinn, Blei, Holz und Leder überstiegen den angegebenen Akkord. An der Orgel arbeiteten Meister Fomann, ein Geselle und ein Arbeiter ungefähr 9 Wochen. Der Convent hatte Verständnis, dass der Orgelmacher nicht umsonst arbeiten könne. Am 25. März 1737 wurde mit Meister Fomann abgerechnet. Die ganze Reparatur kostete 105 Gulden und 45 Kreuzer.
Weitere Reparaturen wurden von Orgelmacher Johann Matthäus Ebert (3) aus Erlangen in den Jahren 1744 (eine wohl kleinere Reparatur für 30 Gulden und Naturalien) und 1756 (für 27 Gulden) durchgeführt.
Aus dem Protokoll vom 9. April 1779 geht hervor, dass eine Reparatur der "sehr beschädigten und verstimmten Orgel" notwendig wird. Man beschloss an den "tüchtigen Orgelmacher von Tübingen zu schreiben." Dies war Hans Rüdiger (4) aus Tübingen, der 1779/80 die Orgelreparatur mit Umstellung des Spieltisches vornahm (s. Kleemann, "Die Orgelmacher und ihr Schaffen im ehemaligen Herzogtum Württemberg", S. 202).
Eine weitere Reparatur wird in der 90er Jahren notwendig (Convents-Protokoll vom 24. August 1792). Es wird berichtet: "Die Haupt- und Bassregister sind nicht zu gebrauchen und also gar Gesang kaum regiert werden kann, dass es sehr oft fällt, öfters auch steigt (Tonhöhe), wodurch Unordnung und Cacophonie häufig entstehen. " Man bittet Qrgelmacher Pfeiffer (er arbeitete in der Nachbarschaft) aus Stuttgart um ein Gutachten. Er schätzt die Kosten auf 700 - 800 Gulden. Man stellt die Reparatur der Orgel um wenigstens ein Jahr zurück, "da die Comune eine Feuerwehrspritze unumgänglich nötig hat. "
1796 wurde die Orgel von Orgelmacher Georg Ludwig Koch (5) aus Oberboihingen repariert. Der Voranschlag belief sich auf 476 Gulden. Es kam zur Streitfrage, ob die Kosten, wie seither üblich in Bargeld und Naturalien oder nur bar ausbezahlt werden sollten. Meister Koch beharrte jedoch auf Barzahlung, "weil er große Schulden habe. " Dem wurde stattgegeben, weil er die Orgel in guten Stand gestellt - auch bei seiner Arbeit fleißig gewesen und bis in die Nacht geschafft habe.
Aus dem Reparations-Überschlag des Orgelmachers Eberhard Friedrich Walcker (6) aus Ludwigsburg vom 16. November 1834 liegt uns erstmals eine Disposition der Orgel vor.


Demnach hatte die Orgel um 1800 folgende Register:

 

Hauptwerk:

Prinzipal 8’
Flöte 8’
Großgedeckt 8’
Oktave 4’
Flöte 4’
Oktave 2’
Mixtur 4fach 2’
Quint 2 2/3’

Pedal:
Subbass 16’
Oktavbass 8’


Im Kirchenprotokoll vom 17. September 1797 ist zu lesen:

"Da klagbar vorgekommen, daß die Orgel seit geraumer Zeit nimmer gereinigt wurde und daher zu besorgen seie, daß der Staub der neu-reparierten Orgel Schaden bringen möchte: so wurde vor Kirchenkonvent. untersucht wie es bisher in Angehung der Reinigung der Orgel herkömmlich gewesen?"
Bescheid: "Da sowohl von dem Fleckenschützen als dem Mössner bezeugt worden, daß seit 30 Jahren der Schulmeister und Calcant für die Reinigung der Orgel gesorgt habe: so wurde beschlossen, daß es bei der bisherigen Observanz solle gelassen werden. "

Orgelbauer Walcker macht dem "hochlöblichen Stiftungsrat" in seinem Reparations-Überschlag zwei Angebote über die Renovierung der Ditzinger Orgel. Eine teuere Lösung um 915 Gulden - eine billige, bei der nur das Nötigste repariert werden soll, für 218 Gulden. Die große Lösung wurde 1839 verwirklicht.

Walcker beschreibt den Zustand der Orgel folgendermaßen:

"Das sämtliche alte Pfeifenwerk, das um zwei Töne zu hoch im Ton ist (war eben nach und nach durch Pfuscherhände hinaufgestimmt worden), muss jetzt als erste Bedingung einen soliden und unseren Choralmelodien angemessenen Stimmung wieder vertieft und das fehlende Cis ergänzt werden, so dass in jedem Register die drei größten Pfeifen neu gemacht werden müssen."


Walcker empfiehlt eine neue Manual-Windlade einzubauen, da die alten Canzellen zu eng, zu klein und undicht seien. Außerdem sollen zwei schöne, der jetzigen Zeit entsprechende, lieblich tönende Stimmen. (Viola da Gamba 8', Salicional 8') eingebaut werden. Im Pedal zusätzlich ein weiteres Bassregister (Violonbass 16').

Mit Schreiben vom 4. August 1835 berechnet der Orgelsachverständige, Musikdirektor J.G.Frech (7) aus Esslingen, der Gemeinde das Honorar über die Orgelbesichtigung in Ditzingen. Er berät, wie der Vertrag mit der Firma Walcker auszusehen habe

Pfarrer Seybold (Schr. vom 22.3.1836) tritt mit der Firma Walcker in Verhandlungen, findet aber, dass 800 Gulden ausreichend seien, um ein trefflich Werk zu bekommen.
Endlich, am 9. März 1839 kommt der Vertrag zwischen dem Stiftungsrat und der Firma Walcker zustande. Die Orgel kostet 881 Gulden.

Bei der Einweihung am 10. November 1839 durch Pfarrer Seybold soll angeblich auch der gebürtige Ditzinger, Musikdirektor an der Stuttgarter Stiftskirche, Dr. Konrad Kocher, anwesend gewesen sein (Ditzinger Heimatbuch, S. 205, "Konrad Kocher" von Clytus Gottwald).

Mit diesem Werk der Firma Walcker von 1839 hatte die Gemeinde in Bezug auf Reparaturen endlich einmal Ruhe. In den Kirchenprotokollen wird in den kommenden 60 Jahren nicht viel über die Orgel (oder nur Belangloses) berichtet. Auch sonst haben wir keine Schriftstücke. Lediglich im Jahre 1902 gab es Ärger. Man hatte mit der Firma Weigle, Echterdingen, einen Stimmvertrag (für die Zeit von 1895-1905) abgeschlossen. Mit Schreiben vom 30. Mai 1902 kündigte die Firma Walcker ihren Stimmer, Herrn Schwenk, an. Zwischen Pfarrer Kämpf und dem Dekanat Leonberg wurde beratschlagt, was in dieser Situation zu tun sei: Man beschloss, den Stimmer der Firma Walcker heimzuschicken, da kein Grund zu einem Vertragsbruch mit Herrn Weigle bestünde.

1917 wurden die aus Zinn bestehenden Prospektpfeifen durch das Kriegsministerium beschlagnahmt. Die Pfeifen wurden durch aluminierte Zinkpfeifen ersetzt.

1956 wurde die Orgel (im Zuge der damaligen Kirchenrenovierung) unter Pfarrer Back in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen KMD Walter Lutz erneuert. Der Ausbau wurde durch die Firma Walcker, Ludwigsburg, ausgeführt. Die Empore, auf der das Instrument stand, wurde abgerissen. Ein Rückpositiv (2. Manual) wurde angehängt.

Die Disposition der Orgel von 1956 lautete:

 

I. Manual (Hauptwerk)
Quintade 16’
Prinzipal 8’
Viola da Gamba 8’
Gedeckt 8’
Oktave 4’
Kleingedeckt 4’
Nasat 2 2/3’
Waldflöte 2’
Mixtur 3fach 2’


II. Manual (Rückpositiv)
Rohrflöte 8’
Offenflöte 4’
Prinzipal 2’
Sesquialter 2 2/3
Schafzimbel 3f ½’
Krummhorn 8’
Violonbass 16’
Subbass 16’
Oktavbass 8’
Choralbass 4’ 2’
Hintersatz

 

 

Bericht des Orgelbaumeisters P. Plum
über die Erneuerung der Orgel 1979


Leitmotiv der Überlegungen über die Erneuerung der Orgel waren denkmalpflegerische Gesichtspunkte. Hierzu stand in erster Linie die Erhaltung und historische Wiederherstellung des alten Orgelgehäuses von Baumeister (1725), welches im Laufe der vergangenen 250 Jahre an etlichen Stellen gestutzt wurde.

Die Proportionen des 8füßigen Chorwerkes wurden durch die Rekonstruktion des Prospektregisters Prinzipal 8' zwangsläufig wiedergewonnen, so dass sich heute mit größter Wahrscheinlichkeit die alten Verhältnisse zeigen.

Weil das alte, einmanualige Werk mit ursprünglich 10 Registern auf 28 Register (2 Manuale und Pedal) erweitert werden sollte, war es erstrebenswert, eine deutliche Trennung von alt und neu herbeizuführen. Dies wurde durch einen schlichten, separat stehenden Gehäuseschrein erreicht.

In zweiter Linie stand die Wiederverwendung der Schleiflade des Hauptwerks, die von Orgelbauer Walcker 1839 eingebaut wurde, sowie die Verwendung von den Holzpfeifenregistern Gedeckt 8’ und Kleingedeckt 4', wobei es bisher nicht nachweisbar ist, ob diese Register noch vom Orgelbauer Baumeister stammen oder von einem späteren Orgelbauer ersetzt wurden, da das alte Werk von Baumeister sehr schnell große Zerfallserscheinungen gezeigt haben muss.

Die Viola da Gamba 8', die ebenfalls Walcker 1838 hinzufügte, wurde auch in die neue Disposition aufgenommen; ebenso das in den Kriegsjahren 1914/18 ausgewechselte zinkene Prospektregister Prinzipal 8' (von Firma Weigle), welches um 4 Halbtöne erweitert, den neuen Oktavbass darstellt.
Die erste grüne Farbgebung mit bäuerlicher Marmorierungsstruktur wurde wieder hergestellt und das Schnitzwerk der Orgel ergänzt. Der neue Gehäuseschrein ist in der Farbe (weiß) der Apsiswände gehalten.
Der Spielschrank im Orgelfuß eingebaut, zeigt 3 Manualklaviaturen, wobei die erste Klaviatur als Koppelmanual fungiert, auf der zweiten das Hauptwerk und der dritten das Schwellwerk zugeordnet wurde.


Die mechanische Spieltraktur ergab in der Spielbarkeit
einen deutlichen Unterschied beim Hauptwerk, welches mit seinen alten, seitlich aufgehenden Spielventilen eine wesentlich schwerer gehende Traktur zeigt, als die neuen Schleifladen von Schwell- und Pedalwerk.

Für die Registertraktur wurde eine elektrische Funktion gewählt mit Drehstrom-Spindelzugmotoren zur Schleifensteuerung und hierzu 3 deutsche freie Kombinationen und 1 freie Pedalkombination eingerichtet.

Qrgelbaumeister P. Plum
Juni 1979

 

Disposition der neuen Orgel (1979)
in der Konstanzer Kirche Ditzingen


Disposition: Eberhard Hofmann, Ditzingen

Die Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Gehäuses besorgte Restaurator Norbert Malek
Entwurf, Konstruktion und Herstellung durch
Studio für Orgelbau, P. Plum, Marbach/Neckar


II. Manual (Hauptwerk)
Bourdon 16’
Prinzipal 8’
Viola da Gamba 8’
Gedeckt 8’
Oktave 4’
Kleingedeckt 4’
Superoktave 2’
Nasat 2 2/3’
Terz 1 3/5’
Mixtur 2’ 5fach
Trompete 8’
Tremulant
 
III. Manual (Schwellwerk)
Gedeckt 8’
Spitzprinzipal 8’
Prinzipal 4’
Rohrflöte 4’
Oktave 2’
Sifflöte 1’
Kornett 2 2/3’ 3fach
Scharf 1’ 3-4fach
Cromorne 8’
 
Pedal
Subbass 16’
Oktavbass 8’
Gemsbass 8’
Choralbass 4’
Hintersatz 2’ 5fach
Fagott 16’
Trompetenbass 8’
Schalmei 4’
 
Koppelmanual Schwellwerk/Hauptwerk
 
3 freie Kombinationen
1 freie Pedalkombination
Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur
 
An der Konstanzer Kirche gibt es zudem eine klangschöne Truhenorgel mit 1 ¾ Registern aus der Werkstätte Friedrich Lieb, Bietigheim mit folgender Disposition:
 
Gedeckt 8’ Holz C-d3
Holzflöte 4’ Holz e0-d3

 


Fußnoten:

1) Baumeister, Joseph Friedrich um 1787 geboren. 1713 wurde er zum Hoforgelmacher ernannt. Baumeister starb am 31.8.1732 in Stuttgart. Er baute 1722/24 die neue Orgel für die Ludwigsburger Schlosskapelle und die Nürtinger Stadtkirche. 1725/26 die Ditzinger Orgel, ab 1726 mit Unterbrechungen an der Ludwigsburger Stadtkirche.

2) Fomann, Bernhard Heinrich, Orgelmacher zu Pforzheim. Er arbeitete und wohnte wohl vorübergehend in Schöckingen und baute Orgeln in Eltingen, Döffingen und Hausen an der Würm.

3) Ebert, Johann Matthäus aus Erlangen "dermalen Neuenstein/ Hohenlohe. Ebert baute 1751 eine neue Orgel in Sersheim.

4)Rüdiger, Hans (auch Rudigier) aus Tübingen, Schwiegersohn des bekannten Orgelbauers Haußdörffer.

5) Koch, Georg Ludwig aus Oberboihingen (früher Kirchheim/ Teck) - Er baute Orgeln in Winnenden, Rudersberg, Winterbach, Weiler bei Schorndorf.

6) Walcker, Eberhard Friedrich (geb. 3.7.1794, gest am 2.10.1872) Orgelbauer in Ludwigsburg und Sohn des Gründers der Orgelbauer-Dynastie Johann Eberhard Walcker.

7) Frech, Johann Georg (Sohn des Johann Michael Frech "Orgel und Uhrmacher") "trefflicher Orgelspieler und Komponist, geb. am 9.1.1790 in Kaltental. 1804 war er Lehrgehilfe in Degerloch, erhielt nebenher in Stuttgart eine musikalische Ausbildung, kam in Berührung mit Carl Maria von Weber, war ab 1811 Musiklehrer am neugegründeten Lehrerseminar in Esslingen und erhielt dort 1813 eine definitive Anstellung. 1820 wurde er Musikdirektor und Organist an der Esslinger Dionysiuskirche Er arbeitete mehrfach mit dem Stuttgarter Stiftsmusikdirektor Kocher und Friedrich Silcher zusammen. Ab 1831 war Frech Revisor in Orgelbausachen und von großem Einfluss auf die Musikbildung in Württemberg; gestorben 1864 in Esslingen. (aus H. Mendel, Musikalisches Conversationslexikon, Berlin 1873)