Kinderkirche in Zeiten von Corona

Blick hinter die Kulissen

Anfang März fand unser letzter Kindergottesdienst im Gemeindehaus statt, ehe die Schutzmaßnahmen wegen COVID-19 zum Tragen kamen. Zu diesem Zeitpunkt war nicht absehbar, wann wir uns wieder regulär treffen können würden. Sollten wir Mitarbeiter/innen bis dahin auf „unsere“ Kinder verzichten – und sie auf uns? Sollten wir so lange keine Kinderkirche miteinander feiern können?

Nein! Nach ein paar Wochen des Abwartens, wie sich die Situation und die rechtlichen Vorgaben entwickeln würden, und nachdem wir via Email die Interessenten in unserem Verteiler auf ähnliche Online-Veranstaltungen hingewiesen hatten, beschlossen wir, selbst Kinderkirche auf einer Online-Plattform anzubieten, um mit unseren Kinderkirch-Kindern und ihren Familien in Kontakt zu bleiben.

Dann, am 10. Mai 2020, war es endlich so weit: Zum ersten Mal konnten wir die Kinder, teilweise auch mit ihren Eltern, online begrüßen und gemeinsam Gottesdienst feiern. Wir hatten nicht erwartet, dass das Angebot so gut angenommen werden würde.

Opferschale für jede Familie

Seitdem sind mit durchschnittlich zehn bis fünfzehn Kindern online teilweise mehr Kinder anwesend, als dies im Kindergottesdienst im Gemeindehaus der Fall ist. Neben den Kindern, die wir schon jahrelang begleiten dürfen, sehen wir nun auch regelmäßig Kinder und Eltern, die sonst nicht im regulären Gottesdienst sind, und haben sogar den ein oder anderen Neuzugang.  

 

Wir freuen uns aber nicht nur über die Zahlen, sondern auch über die rege Beteiligung, die sich nicht nur auf die 30 bis 45 Minuten, die die Online-Kinderkirche dauert, beschränkt. Das Team der Kinderkirche ist jeden Samstag unterwegs, um den „Jugendfreund“ bzw. das „Für dich!“-Heft, Bastelmaterialien u.Ä. an die Kinderkirch-Kinder auszuteilen. Auf diesem Wege erhielt auch jede Kinderkirch-Familie eine selbstgebastelte Opferschale. Der Erlös soll wie jedes Jahr an das Kinderheim in Elim, Südafrika gehen.

Vorbereitung zum Bastelmaterial austeilen

Simson

Es ist toll, wenn die Kinderkirch-Kinder uns zeigen, wie sie die Bastelideen vom letzten Online-Treffen umgesetzt haben, wie sie mitsingen und die Bewegungen bei den Liedern mitmachen, wie sie bei den Geschichten und den Gebeten dabei sind. Die Interaktion und die Meinungen unserer Kinder sind uns wichtig. Obwohl wir nicht miteinander in einem Raum sind, ist unsere Gemeinschaft deutlich spürbar.

Inhaltlich begannen wir im Mai mit der Reihe „Ich stehe unter Gottes Schutz, darum darf mir niemand wehtun!“, bei der der Psalm 91 und Auszüge aus den Klageliedern 2 und 3 im Mittelpunkt standen. Berührend und aktuell war dabei die Erkenntnis, dass nicht immer alles so laufen mag, wie wir uns dies wünschen würden, wir aber nie tiefer fallen können als in Gottes Hand.

Im Rahmen unserer nächsten Reihe, „Echt stark!“, behandelten wir ganz unterschiedliche biblische Persönlichkeiten, die aber alle auf die ein oder andere Weise besonders stark waren: Pua und Schifra, die israelitischen Hebammen, die sich dem Befehl des Pharaos, alle neugeborenen Jungen zu töten, mit Hilfe einer List widersetzten; Simson, der von Gott die körperliche Kraft verliehen bekommen hatte, das Volk Israel zu schützen und die Philister zu besiegen; Ester, die durch Gott den Mut fand, ihrem Mann, dem Perserkönig, von politischen Intrigen gegen die Juden zu berichten, die nicht, wie es von ihr als Frau erwartet wurde, schwieg, sondern sich für das Wohlergehen anderer einsetzte; Jeremia, der sich als Prophet Gottes selbst von Todesdrohungen nicht beirren ließ und das Volk Israel zur Umkehr auf den rechten Weg aufrief. Indem wir z.B. für andere eintreten, macht Gott auch uns stark und hilft uns dabei, das Richtige zu tun.

 

 

Reisealtar

Als letzte Reihe vor den Sommerferien beschäftigten wir uns mit dem Thema „Von Gott bewahrt im fremden Land – Daniel und seine Freunde“: Wie Daniel und seine Freunde weit entfernt von ihrer Heimat am Hof des Nebukadnezzar gezwungen sind, ein neues Leben zu beginnen und es ihnen dabei doch gelingt, ihre eigene Kultur und vor allem ihren Glauben an Gott zu bewahren; wie sich Daniels Freunde dem Götzendienst verweigern, zur Strafe in den Feuerofen geworfen werden, aber dennoch an Gott festhalten und dieser sie beschützt und rettet; wie Daniel zur Strafe für das Beten in die Löwengrube geworfen und von Gott bewahrt wird. Nicht nur Daniel und seine Freunde stehen unter Gottes Schutz; König Nebukadnezzar und dessen Nachfolger König Darius lassen davon ab, den Andersgläubigen zuzusetzen, denn selbst sie können angesichts dieser Wunder die Macht Gottes nicht länger leugnen.

 

Grundlagen für die Liturgie

Es ist schön, dass die Kinder und ihre Familien an der Online-Kinderkirche trotz gelegentlicher technischer Schwierigkeiten genauso viel Freude haben wie wir. Nichtsdestotrotz freuen wir uns aber auch darauf, wieder im Gemeindehaus Kinderkirche miteinander feiern zu können.